Burnout - Eine lange Geschichte

Burnout ist weder ein Phänomen des dritten Jahrtausends noch eine Modekrankheit: Burnout ist seit Jahrtausenden bekannt – durchaus aber unter verschiedenen Namen.

Genaue Schilderungen des Erschöpfungssyndroms sind schon im Alten Testament niedergeschrieben:
Der Prophet Elias hat gekämpft, leidenschaftlich alles gegeben, damit sich sein Volk Israel nicht den „Baalen“ (fremden Göttern) zuwendet. Dann ging er hin in die Wüste und setzte sich unter einen Wacholder und bat, daß seine Seele sterbe. In Bezugnahme auf diese Überlieferung wurde später das Leiden »Elias-Müdigkeit« genannt.

In den 1970er Jahren machte der Psychoanalytiker Herbert Freudenberger den Begriff „Burnout“ bekannt. In New York wertete er Erfahrungsberichte und Interviews von Mitarbeitern von Hilfsorganisationen aus. Der geistige und körperliche Abbau ging einher mit Frustration, Reizbarkeit und körperlichen Beschwerden.

Die ersten wissenschaftlichen Artikel zu diesem Thema wurden 1974 von Freudenberger und 1976 von der Sozialpsychologin Christina Maslach geschrieben. In diesen grundlegenden Arbeiten wird das Burnout-Syndrom als Reaktion auf chronische Stressoren im Beruf beschrieben.

Es hat drei Dimensionen:
1. eine überwältigende Erschöpfung durch fehlende emotionale und physische Ressourcen als persönlicher Aspekt,
2. Gefühle des Zynismus und der Distanziertheit von der beruflichen Aufgabe als zwischenmenschlicher Aspekt und
3. ein Gefühl der Wirkungslosigkeit und verminderter Leistungsfähigkeit als Aspekt der Selbstbewertung.

Besonders betroffen sind Berufe, die es mit Menschen zu tun haben, die sich in emotional belastenden Situationen befinden. Später weitete man das Phänomen auf immer mehr Berufsgruppen und auch auf das Privatleben aus.

So hat es die Erschöpfung immer schon gegeben, Experten sehen in der Entwicklung der letzten Jahre, in psychischen Leiden wie Depression oder Burnout, sehr wohl Leitkrankheiten des 21. Jahrhunderts.